Ante Portas
15.10.–14.11.2004
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (zusammen mit „Intra Portas“)
KünstlerInnen: Hanns Otte
Aus dem Katalog, Petra Noll:

In den beiden Ausstellungen im Fotoforum Braunau 2004 geht es um den öffentlichen Raum. In der ersten Ausstellung „Ante Portas“ zeigt der Salzburger Künstler Farbfotografien von Außenräumen der österreichischen Städte Linz , Salzburg und Braunau. Hanns Otte, der im Jahr 2001 nach einer langen SW-Phase zur Farbfotografie wechselte, thematisiert in seinen Serien urbane Randzonen sowie unspektakuläre Orte im Zentrum von Städten überall in der Welt. Er ist ein Reisender, der sich die Orte als Fußgänger erobert und sich konsequent überall ähnliche Situationen sucht. Otte stellt die Städte nicht in ihrem sozialen Leben – als Ansammlung agierender Menschen auf engem Raum – dar. Seine Bilder sind menschenleer und wirken dadurch zeitlos; die fixierten Orte sind öde, „unschön“. Es sind „Zwischenräume“, die zwar benutzt werden, in denen sich aber niemand länger als nötig aufhält. Überall auf der Welt sind bestimmte Plätze, da sie eine ähnliche Funktion haben, auch ähnlich gestaltet. In Ottes Bildern – so auch hier von Salzburg (2002/03), Linz (2003) und Braunau (speziell für diese Ausstellung angefertigte Serie, 2004) – ist kaum Stadtspezifisches ablesbar, da typische Touristenmotive und spektakuläre repräsentative Ansichten und Gebäude ignoriert wurden. Ein Plakatfetzen, ein Autokennzeichen, ein Schild – in Ottes Bildern, die er zum Teil auch ungeordnet und unbetitelt hängt, finden sich nur wenige Zeichen Lokalisierung. Trotz der sachlich-nüchternen Auffassung sind seine Fotografien keine neutralen Bestandsaufnahmen der Realität, sondern Bilder seiner subjektiven Wahrnehmung. Er „verfremdet“ Orte, ohne direkt zu inszenieren oder zu dramatisieren, durch subjektive Ausschnitte und Akzente.

 
 
1+2) Hanns Otte, aus der Serie "Braunau", 2004, C-Prints, je 54 x 68 cm
 
 
 
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